
Warum Geschichten unverzichtbar sind:
Geschichtenersinnen liegt in unserer Natur. Lange bevor wir schrieben oder rechneten, erzählten wir einander von der Welt, vom Leben und von uns selbst. In mächtigen Epen tragen wir noch heute unser Selbstverständnis in Form unserer Werte, Moral, Wissen und Hoffnung von einer Generation zur nächsten. Sie spenden Trost, schaffen Geborgenheit, stiften Sinn und verbinden uns. Doch nicht nur Mythen und Legenden wirken im Verborgenen, bringen Wandel oder führen uns zueinander.
Nein, wahre Verbindung entsteht, wenn eine Mutter erschöpft vom Tag, sich dennoch die Zeit nimmt, ihrem Kind den Wunsch nach einer Geschichte zu erfüllen. Wenn sie mit leiser, müder Stimme von Wundern erzählt, die Kleines allmählich ins Reich der Träume hinübergleiten lassen.
Wenn Familien gemeinsam um ein Lagerfeuer herumsitzen, sich am Wohnzimmertisch versammelt haben oder seit Stunden auf der langen Fahrt im Auto dichtgedrängt nebeneinander sitzen und sich dann an die eine Geschichte erinnern, die Oma immer erzählt hat.
Wahre Verbindung entsteht, wenn der fremde Sitznachbar im Zug, Angst, Unsicherheit, Trauer oder etwas Vergleichbares bei seinem Gegenüber spürt. Wenn er sich dann nicht scheut mit Einsatz eine lustige Anekdote zum Besten zu geben, um den Fremden zu zerstreuen und ihm die Fahrt zu erleichtern.
Wenn Menschen Abenteuer in Geschichten verpacken und zum Besten geben um ihrem Publikum einen Moment der Zerstreuung und eine Auszeit vom lauten, hektischen Alltag zu schenken. Wenn sie die Zuschauer mit ihrer mal gefühlvollen, mal leisen, mal spannenden oder mal lauten Erzählung in ihren Bann ziehen und sie ins Land ihrer Fantasie entführen.
Geschichten sind unverzichtbar weil sie von Menschen für Menschen erdacht werden.